Das Kammerwerk Alan T. ein Highlight des realtime–festivals 2023

Alan T am 19. Mai 2023 in der Shakespeare Company Foto von Andreas Caspari

Alan T. (2021) ein genreübergreifendes Kammermusikwerk für eine Sängerin, einen Schauspieler (männlich), fünf Musiker:innen und audiovisuelle Apparate.
Konzeption, Komposition, Inszenierung & Lichtinstallation: Pierre Jodlowski. In Zusammenarbeit mit der Compagnie éOle und dem Nadar Ensemble. Aufgeführt und gefeiert am 19. Mai 2023 in der Bremer Shakespeare Company.

Fotos: Andreas Caspari

Compagnie éOle:

Pierre Jodlowski – Konzeption, Komposition, Inszenierung & Lichtinstallation
Martina Stütz – Dramaturgin
Joanna Freszel – Sopran
Thomas Hauser –Schauspiel
Manuel Poletti – Computer music production
Yann Philippe –Video
Matthieu Guillin – Video
Kamil Keska – Soundingenieur

Nadar Ensemble:

Winnie Huang – Violine
Katrien Galens – Flöt
Dries Tack – Klarinette
Thomas Moore – Posaune
Kobe van Cauwenberghe – E-Gitarre

Weitere Informationen zum Werk und den Künstlern gibt’s hier: Alan T.

Finale I+II –Das große Abschlusskonzert des realtime-festivals

Andi Otto Trio Foto von Konstantin von Sichart und Antonia Lange

Am Sonntag, 21. Mai 2023 findet um 18 Uhr das große Finale des realtime-festivals mit zwei aufeinanderfolgenden Konzerten im Schlachthof (Kesselhalle) statt:

Finale I:
Generation Kill
mit dem Nadar-Ensemble aus Belgien
Stefan Prins mit „Generation Kill – offspring #1 (2012)“ für Percussion, Violoncello, 2 Musiker:innen mit Gamecontroller, Live-Electronik & Live-Video

Finale II:
Andi Otto Band:
mit Andi Otto und seinem selbentwickelten „Fello“ sowie Manuel Chittka am Schlagzeug und Sebastian Kokus am Bass und Werken aus aktuellen Alben „Bow Wave“ und „Entangleland“ in Verbindung mit freien Improvisationen

Das Nadar-Ensemble: Generation Kill – offspring #1 (2012)

Finale I:
Das Nadar-Ensemble präsentiert: Generation Kill – offspring #1 (2012)
Videospiele, Social Media und das Internet sind allgegenwärtig. Wie aber wirken sie sich auf unsere Wahrnehmung und die Realitäten, in der wir leben, aus? Beeinflussen Videospiele Kriege? Werden in Zukunft Kriege wie Videospiele geführt?
„Generation Kill“ des belgischen Komponisten Stefan Prins ist ein hochaktuelles und brisantes Stück, das zum Nachdenken über Bildmanipulation anregt. Es ist ein Werk „über die zunehmende Bedeutung von Internet, Netzwerken und sozialen Medien, über Videospiele und Kriege, die wie Videospiele geführt werden, auf der Grenze zwischen Realität und Virtualität“, wie er selbst schreibt.
Auf der Bühne entsteht eine multiperspektivische Welt, die den Zusammenhang zwischen Virtualität und Realität vergegenwärtigt. Die Musiker:innen des Nadar-Ensembles bedienen neben den Instrumenten auch Spielekonsolen und lassen Audio- und Videosamples mit akustischem Instrumentalspiel untereinander agieren und sich gegenseitig kontrollieren.
Tatsache ist, dass bis heute angehende Soldaten mit Videokriegsspielen auf den Krieg vorbereitet werden.
Ein tiefgreifendes Stück, dass aktueller kaum sein kann.
Mit Unterstützung von klangpol.

Finale II:
Andi Otto Band präsentiert den „Fello“
Schon bei der ersten Ausgabe des Realtime-Festivals 2021 sorgte Andi Otto für Begeisterung beim Festivalpublikum. In diesem Jahr bildet er darum, diesmal zusammen mit seiner Andi Otto Band, den perfekten Abschluss dieses Festivals, bei dem neue innovative Aufführungen im Mittelpunkt stehen. Der Hamburger Musiker entwickelte nämlich den „Fello“, ein System aus einer Kombination von Cello, Sensoren und Software. Die Klänge des Cellos werden dabei durch Gesten mit dem Bogen verändert – und das Publikum kann live zuschauen, wie Andi Otto seinen „Fello“ zum Klingen bringt. Der Bogen tanzt durch die Luft und erzeugt atemberaubende sphärische Klänge. Gemeinsam mit Manuel Chittka am Schlagzeug und Sebastian Kokus am Bass entsteht eine Musik von atemberaubender Sogkraft.
Das Trio interpretiert Kompositionen der aktuellen Alben „Bow Wave“ und „Entangleland“ in Verbindung mit freien Improvisationen.

Im Anschluss kann das Publikum die Bühne erobern und Andi Otto Fragen zum Fello stellen, die der Musiker ausführlich beantworten und mit Klangbeispielen untermalen wird.

Anschließend Meet & Greet im Foyer und Ausklang des Festivals!

Tickets: 40 €
ermäßigt: 12 €
(ermäßigt sind alle Menschen bis 30 Jahre, Auszubildende, Studierende, Rentner*innen, Erwerbslose und Schwerbeschädigte)

Viten:

Stefan Prins
1979 in Belgien geboren, absolvierte zunächst ein Ingenieursstudium, woran sich ein Klavier- und Kompositionsstudium in Antwerpen und weiterführende Ausbildungen (Musiktechnologie, Sonologie, Kultur- und Technologiephilosophie) anschlossen. 2011 nahm er ein Ph.D.-Studium in Komposition an der Harvard University bei Chaya Czernowin auf. Seine Stücke erlangten große internationale Erfolge, werden von führenden Interpreten und Orchestern aufgeführt und wurden vielfach prämiert wie mit dem Young Composers Award der ISCM World Music Days (2014) oder dem Kranichsteiner Musikpreis (2010). Die Royal Flemish Academy of Belgium for Science and the Arts ernannte ihn zum Laureaten. Besonders eng arbeitet er mit dem belgischen Nadar Ensemble zusammen und war Mitbegründer des collectief reFLEXible, das auf Improvisation und multidisziplinäre Aufführungen spezialisiert ist.
www.stefanprins.be

Ensemble Nadar
Das Nadar-Ensemble wurde 2006 von einer Gruppe junger Musiker:innen gegründet, die eine gemeinsame Leidenschaft für zeitgenössische Musik teilen. Der Name des Ensembles gründet sich auf Nadar, ein Pseudonym von Gaspard-Félix Tournachon (1820-1910), der als Fotograf, Karikaturist und Kunstkritiker zum interdisziplinären Dialog einlud.
Das Nadar-Ensemble hat sich auf Werke von Komponisten der jüngsten Generation aus Belgien und dem Ausland wie Stefan Prins, Daan Janssens, Johannes Kreidler, Martin Schüttler, Alexander Schubert und Simon Steen-Andersen spezialisiert und sucht nach Alternativen und Ergänzungen zur gängigen Konzertform.
Das Nadar-Ensemble trat auf bei Festivals wie Ars Musica Brüssel, Handelsbeurs Gent, De Bijloke Gent, Concertgebouw Brügge, TRANSIT Festival Leuven, De Singel Antwerpen, Harvest Festival Denmark, Festival Musica Strasbourg, Tzlil Meudcan Tel Aviv, Blurred Edges Hamburg, Acht Brücken Köln, Rotterdam Philharmonic Gergiev Festival, Open Music Graz und den Donaueschinger Musiktagen.
www.nadarensemble.be

Andi Otto studierte Musikwissenschaft und Linguistik und schloss 2008 mit dem Master in Angewandten Kulturwissenschaften an der Leuphana Universität Lüneburg ab. Seine Doktorarbeit verfasste er über das STEIM SensorLab, einem experimentellen Musik-Interfaces aus den 1980ern. Otto ist heute Komponist und Performer elektronischer Musik. Im Zentrum seiner Arbeit steht das selbstentwickelte Instrument „Fello“, eine elektronische Erweiterung des Cellobogens mit Bewegungssensoren. Konzerte führen ihn rund um den Globus. Er ist Mitglied des Flinn-Works Theaterkollektivs in Berlin, betreibt das Vinyl-Label Pingipung und komponiert für Theater-, Film- und Tanzproduktionen.
Seit 2004 veröffentlichte er sieben Solo-Alben, u.a. bei Multi Culti, Shika Shika und Pingipung. Bis 2015 verwendete er das Pseudonym „Springintgut“ für seine Veröffentlichungen.
Neben seiner Konzerttätigkeit unterrichtet er Medientheorie und gibt Workshops an der HKB in Bern und der Humboldt-Universität Berlin.
www.andiotto.com / Insta: antioddo

Manuel Chittka ist Schlagzeuger, Percussionist und Komponist. Er arbeitet solo und in verschiedenen Gruppen und Projekten, und darüber hinaus gerne auch in interdisziplinären Kontexten wie Performance, Tanz, Bildende Kunst oder Film.
http://manuelchittka.com / Insta: manuelchittka

Sebastian Kokus ist als Bassist in verschiedenen Projekten tätig. Mit seinen Bands Love-Songs und Cloud Management hat er mehrere Alben produziert. Als Live-Unterstützung für Musiker wie Andi Otto oder Mona Steinwidder spielt er internationale Auftritte.

Zwei Konzerte eröffnen das realtime-festival 2023

Christine Ott Foto von Jean-Pierre Rosenkranz

Mit dem Eröffnungskonzert am Mittwoch, 17. Mai, startet um 19 Uhr das realtime-festival im Sendesaal mit zwei Konzerten: Claudia Janet Birkholz und Laurenz Theinert erzeugen in ihrem „Pas de Deux“ mit Klavier & visual piano einen Klang-Farb-Rausch. Anschließend verzaubert Christine Ott an der Ondes Martenot mit Musik aus anderen Welten und Zeiten.

Opening I: Pas de Deux
Opening II: Ode Mystique
MI | 17. Mai 2023
19.00 Uhr
Sendesaal Bremen

Auch in diesem Jahr bringt das realtime-festival 2023 Stars der zeitgenössischen Musikszene nach Bremen, dieses Jahr aus dem Gastland Frankreich. Unter dem Motto „Mensch-Musik-Maschine“ berauschen Konzerte, Performances und Installationen alle Sinne und laden zu Austausch und Begegnungen ein.

Pas de Deux der besonderen Art

Zum Auftakt präsentiert das Festival zwei Konzerte im Sendesaal Bremen. Im ersten Konzert hat sich die Konzertpianistin Claudia Janet Birkholz zu einem Duo mit Laurenz Theinert zusammengetan. Theinert ist Virtuose an einem besonderen Instrument – dem visual piano. Es übersetzt Klänge in optische und räumliche Lichterscheinungen. Die Klänge liefert Claudia Janet Birkholz am Flügel. Sie spielt Werke der großen Komponisten Hans Otte, György Ligety und Luigi Dallapiccola, die in ihrer Farbigkeit und Struktur eine kongeniale Erweiterung der Lichterscheinungen des visual pianos sind.
Ein Tanz aus Formen und Farben, aus Klängen und Visionen für Augen und Ohren. Linien und Flächen erobern den schlichten Konzertsaal zum Klang meisterlicher Klaviermusik. Das Publikum sitzt mitten im Geschehen und wird von einer Landschaft aus schwebenden Mustern, psychedelischen Farben und betörenden Klängen verzaubert.
Ein Zusammenspiel der Extraklasse, einen Pas De Deux mit Werken der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts.

Claudia Janet Birkholz studierte Klavier an der Hochschule für Künste in Bremen bei Kurt Seibert und ist dort seit 1993 Dozentin für Klavier und zeitgenössische Musik. Sie trat u.a. bei den Bodenseefestspielen, dem Schleswig-Holstein-Musikfestival, Gaudeamus MusicWeek, Wien modern, den Berliner Festwochen, dem Ultraschallfestival, dem Festival für zeitgemäße Musik Bludenz und den Bregenzer Festspielen auf und widmet sich in letzter Zeit besonders der Entwicklung neuer Konzertformate in Zusammenarbeit mit Neurowissenschaftlern, Psychologen, KI-Forschern und Mathematikern. Sie ist Initiatorin des Vereins „Realtime-Forum Neue Musik“ e.V. und künstlerische Leiterin des „Realtime Festivals für Neue Musik Bremen“, das jedes zweite Jahr in Bremen stattfindet.

Laurenz Theinert studierte an der Staatlichen Akademie der bildenden Künste, Stuttgart und Leicester University, GB. Als Live-Licht- und Medienkünstler konzentriert er sein Schaffen auf visuelle Erfahrungen, die nicht bildhaft auf etwas verweisen. Mit seinem selbst entwickelten „visual piano“ spielte er Performances auf der ganzen Welt von Sao Paulo, London, Sydney, Berlin über New York bis Singapur. Theinert erhielt zahlreiche Auszeichnungen wie den VBKW Förderpreis (2009), den MuVI3 Award für synästhetische Medienkunst (2011), den Visual Music Award (2018) oder das Kavalierhausstipendium in Langenargen (2018).

Ode Mystique mit zauberhaften Klängen

Im zweiten Konzert des Abends erklingt nach einer Pause Musik wie aus anderen Welten und Zeiten, die Christine Ott, der Stargast aus Frankreich, an der Ondes Martenot nach Bremen bringt.
Die Ondes Martenot, ein monophones elektronisches Musikinstrument mit sieben Oktaven Umfang, machte seit seiner Erfindung im Jahr 1928 mit seinem variablen Klang Furore. Das elektronische Tasteninstrument wird mit der rechten Hand über ein Manual oder mittels eines Ringes gespielt, während mit der linken Hand Dynamik und Klangfarbe gesteuert werden können. Messiaen, Honegger oder Koechlin komponierten für das Instrument. Auch in der Filmmusik ist es bis heute oft zu hören (Die wunderbare Welt der Amelie).
Anklänge an die Pop-Musik und den Soundtrack eines Films werden auch in Otts Konzert aufblitzen. Neben Klassikern des Genres wird Christine Ott zudem eigene Werke spielen.

Christine Ott gilt als die Virtuosin des Ondes Martenot, außerdem ist sie Pianistin, Komponistin und Lehrerin am Straßburger Konservatorium. Sie ist Goldmedaillengewinnerin des Straßburger Konservatoriums, gewann den Preis des Nationalen Konservatoriums für Musik und Tanz in Paris und 2002 den ersten Preis für Kompositionen von François de Roubaix beim Antibes World Underwater Image Festival. Ott trat als Solo-Wave-Spielerin in vielen klassischen Orchestern und Festivals sowie mit Ensembles überall auf der Welt auf.

Eine Viertelstunde vor Beginn wird vor jedem Konzert eine Einführung zu den Künstler:innen und Werken angeboten.

Claudia Janet Birkholz – Klavier
Laurenz Theinert – visual piano
Werke von Hans Otte, György Ligeti und Luici Dallapiccola

Christine Ott – Ondes Martenot und Elektronik
Werke von Edouard Michael, Vincent Hänni, Karen Tanaka, Christine Ott und Bernard Parmegiani


Jedes Konzert dauert etwa 45 Minuten! Im Sendesaal ist freie Platzwahl.

Ticket: 40 €
ermäßigt: 12 €

(ermäßigt sind alle Menschen bis 30 Jahre, Auszubildende, Studierende, Rentner*innen, Erwerbslose und Schwerbeschädigte)

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