Hans Otte Foto: Willy Pragher Landesarchiv Baden-Württemberg Staatsarchiv Freiburg W-134-Nr-079712a-CC-BY-4.0

Klang

Drei Tage zum 100. Geburtstag von Hans Otte

Mit: Claudia Janet Birkholz, Klavier · Lydia Hammerbacher, Klavier · Christian Bergmann, Sprecher · TRIO HOCHGLANZ, Tanz u. a.
Termin: Donnerstag, 3. Dezember bis Samstag, 5. Dezember 2026
Ort: Weserburg Museum für moderne Kunst / Hans-Otte-Klanghaus
Karten: Preise und Informationen zum Vorverkauf folgen

Drei Tage lang öffnen Konzerte, Gespräche, Tanz, Performance und eine audiovisuelle Ausstellung unterschiedliche Zugänge zu Hans Ottes Musik und Denken. Im Mittelpunkt stehen seine Klavierwerke, seine besondere Aufmerksamkeit für Klang und Stille – und die Frage, was davon heute weiterwirkt.

Hans Otte und die Kunst des Hörens

Am 3. Dezember 2026 wäre Hans Otte (1926–2007) einhundert Jahre alt geworden. Der Komponist, Pianist und Multimedia-Künstler war über Jahrzehnte eng mit Bremen verbunden und prägte als Leiter der Musikabteilung von Radio Bremen auch das Musikleben der Stadt.

Von 1959 bis 1984 setzte er sich bei Radio Bremen für zeitgenössische ebenso wie für Alte Musik ein. Mit den von ihm initiierten Festivalreihen pro musica antiqua und pro musica nova holte er internationale Künstler und neue musikalische Positionen nach Bremen und machte die Stadt zu einem wichtigen Ort für die Musik seiner Zeit.

Im Zentrum der drei Klangtage steht Ottes eigenes Schaffen. Zu hören sind unter anderem seine beiden großen Klavierzyklen „Das Buch der Klänge“ (1979–1982) und „Stundenbuch“ (1991–1998).

Ottes Musik richtet die Aufmerksamkeit auf das scheinbar Einfache: auf einen Klang und seine Dauer, auf Veränderung, Stille und Resonanz. Seine Begegnung mit der japanischen Zen-Tradition und die jahrzehntelange Freundschaft mit John Cage begleiteten diesen Weg. Entscheidend ist dabei immer wieder das genaue, gegenwärtige Hören.

Die Pianistin Claudia Janet Birkholz studierte Ottes Klavierwerke mit dem Komponisten persönlich ein und produzierte sie für Tonträger. Die Bremer Pianistin Lydia Hammerbacher interpretiert seine Klaviermusik ebenfalls und bringt eine weitere Perspektive auf sein Werk ein.

Eine audiovisuelle Ausstellung erweitert die Konzerte und Gespräche. Materialien aus den Archiven der Weserburg sowie aus den Sammlungen von Silvia Otte geben Einblicke in Ottes Arbeit als Komponist, Künstler und Musikvermittler.

So ist der 100. Geburtstag nicht nur Anlass für eine Rückschau. Drei Tage lang geht es darum, Hans Ottes Musik wieder und neu zu hören – und einer Haltung nachzuspüren, die dem Klang selbst ungewöhnlich viel Raum gibt.

Foto: Willy Pragher
Landesarchiv Baden-Württemberg
Staatsarchiv Freiburg W-134-Nr-079723c-CC-BY-4.0

Foto: Willy Pragher Landesarchiv Baden-Württemberg Staatsarchiv Freiburg W-134-Nr-079723c-CC-BY-4.0

Programm

Audiovisuelle Ausstellung in Schaukästen, auf Stelltafeln und Monitoren

mit Material aus den Archiven der Weserburg und Silvia Otte: »Einzeichnungen« des Komponisten, grafische Notationen, Partituren u.v.m. (Fotos des Komponisten von Silvia Otte u.a.) sowie Veröffentlichungen von und über Hans Otte

19–21 Uhr: Gesprächskonzert
Let’s Talk Music – HAPPY BIRTHDAY, Hans Otte!

Claudia Janet Birkholz spricht mit einem Gast über Ottes Leben & Werk und spielt aus Werken Hans Otte, John Cage und Morton Feldmann.

19 Uhr: Einführung Claudia Janet Birkholz

19.10–20 Uhr: Lesung und Klavierklänge
»Sounds in my Hands – für Silvia. Reihe kleiner Klavierstücke« 

(Acht Sätze für Klavier OWV 65, 2001)«
N.N., Sprecher
Lydia Hammerbacher, Klavier Lesung ausgewählter Texte, dazwischen acht kleine Klavierstücke Hans Ottes, komponiert für seine Tochter Silvia

20.30–21.30 Uhr: Klavierabend – Das Buch der Klänge

Das „Buch der Klänge“, der Klavierzyklus aus zwölf Kapiteln, ist dasjenige Meisterwerk Hans Ottes, das ihn als Komponisten weltbekannt machte. Die Bremer Pianistin Claudia Janet Birkholz führt in diesem Konzert eine Auswahl von sechs Kapiteln live auf, in denen der Wechsel zwischen langsamem, manchmal fast statischem bzw. hypnotischem Klavierklang und Klängen in Bewegung erfahrbar wird.

19 Uhr: Einführung Claudia Janet Birkholz

19.15–20 Uhr: Hommage an Hans Otte
Tanzperformance von trio hochglanz

Regina Baumgart (Berlin, Choreographie, Tanz), Ingo Reulecke (Berlin, Choreographie, Tanz) Dietmar Kirstein (Bremen, Klavier) und Alexander Derben (Bremen, Videoprojektion)  

Hans Ottes Klavierklänge aus dem Buch der Klänge und dem Stundenbuch trafen beim interdisziplinären Trio Hochglanz auf starke Resonanz. Das Trio beschloss daher, sich der Persönlichkeit Hans Ottes und seinem faszinierenden künstlerischen Schaffen tänzerisch anzunähern. Die Verbindung von Klängen und Bewegung im Raum knüpft an Ottes eigene szenische Arbeiten sowie an die jahrzehntelange Zusammenarbeit John Cages mit Merce Cunningham an. Alexander Derben Videoprojektionen auf das Bühnenbild erweitern die Performance zu einem mehrdimensionalen Gesamterlebnis.
Ein Beitrag des Arbeitskreises Bremer Komponisten.

Während der Pause

20.00–21.00 Uhr: Abschlusskonzert Ocean of Sounds
Worte und Klänge von Hans Otte

Worte und Klänge von Hans Otte

Lydia Hammerbacher spielt Auszüge aus dem „Stundenbuch“ von Hans Otte
und improvisiert Inside-Piano.
Christian Bergmann (Schauspieler/Sprecher) liest aus Ottes Aphorismensammlung zum Stundenbuch, seinen Gedichten KLANG IST und „Alphabet für John Cage“.

Karten, Kooperationen und Förderung

Karten und Preise: Informationen folgen
Vorverkauf: Informationen folgen

Veranstalter: realtime – forum neue musik e.v.
In Kooperation mit: Weserburg Museum für moderne Kunst und :dacapo:
Förderung: Klangpol, Senator für Kultur

Änderungen vorbehalten!

Zurück